Die Kerzen im Adventskranz

Seit dem 1. Advent schlage ich jeden Morgen einen Adventskalender auf. Der soll mich bis Weihnachten täglich mit einem kurzen Impuls begleiten. Es ist so ein Gedankenanstoß, der in diese Zeit passt und in mir die Vorfreude auf das Weihnachtsfest wach hält. Und ich genieße das, so einen kleinen Moment inne zu halten bei aller kerzenArbeit und Hektik, die mich in diesen vorweihnachtlichen Tagen in Beschlag nimmt. Also, es fing für mich interessant an in der 1. Adventswoche mit ein paar Sätzen zur Symbolik der Kerzen im Adventskranz. Diese Gedanken will ich hier mit Ihnen teilen. Vielleicht denken Sie ja dran, wenn Sie jeden der nächsten Sonntage eine weitere Kerze anzünden! –

1. Kerze:
Sie ist ein Symbol der Hoffnung. Sie genügt nämlich, um auf einen Schlag einen dunklen Raum zu erleuchten. Manches in meinem Herzen ist auch dunkel, kalt und auch schmutzig. Die Kerze erinnert mich, das Licht Gottes in mein Herz hinein strahlen zu lassen. Das bringt Wärme in meine Kälte, ist ein Hoffnungsschimmer, berührt meine Gefühle, wenn mein Herz erstarrt ist.

2. Kerze:
Zwei angezündete Kerzen sind wie gegensätzliche Pole. Ich spüre in mir auch eine Ambivalenz, bin manchmal voller Gegensätze. In mir fühle ich Liebe und Hass, Angst und Vertrauen, Kraft und Schwachheit, Mut und Verzweiflung, Wut und Sanftmut. Mich erinnern diese zwei Kerzen, die Gegensätze meines Lebens zu Jesus Christus hin zu tragen, der die schlechten Tugenden überwinden und in gute, starke Gefühle und Charakterzüge verwandeln kann.

3. Kerze:
Diese drei symbolisieren etwas, das mit mir und auch mit Gott zu tun hat. Einmal weisen sie hin auf die drei menschlichen Bereiche Geist, Seele und Leib. Oder anders: Kopf, Herz und Bauch! Alles das macht unsere Persönlichkeit aus, und jedes Teil ist wichtig. Die alten Griechen wollten immer den Geist höher bewerten als den Körper. Und so sind viele Leute – auch etliche Christen – heute noch so geprägt. Für einen lebendigen Glauben, für eine froh machende Spiritualität brauchen wir aber auch unsere Sinne. Deshalb freuen wir uns gerade zu Weihnachten an feierlichen Ritualen und sinnlichen Genüssen. Ich denke bei den drei Kerzen aber auch an den dreieinigen Gott – den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Eben an den einen Gott, der uns als Vater versorgt, beschützt und gnädig vergibt. Und im Sohn Jesus Christus zu Weihnachten gerade als Mensch begegnet und dann später der Retter und Herr der Welt wird. Und im Heiligen Geist, der mich führt, befähigt, tröstet, verändert und zum Staunen über Jesus bringt.

4. Kerze:
Die 4 ist in der Bibel die Zahl der Weltschöpfung, wir denken etwa an die vier Himmelsrichtungen. Für mich leuchtet bei vier Kerzen die Verheißung Gottes auf, dass er einmal eine neue Welt, einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird, wo es keine Leiden, keine Schmerzen und keinen Tod mehr geben wird. Dieses Versprechen beginnt mit dem Kommen von Jesus Christus – damals, als er vor etwa 2000 Jahren in Bethlehem geboren wurde. Und wird vollendet, wenn er – wie Christen es glauben -, einmal vom Himmel Gottes in großer Pracht zurückkommen wird. Das ist meine Hoffnung!

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